18. November 2025

Brandenburg vor der Wassergesetz-Novelle

Wie können wir Wasser fair teilen und langfristig schützen?

© Sarah Diering
© Sarah Diering

Anlässlich der von der Landesregierung angestrebten Novellierung des Landeswassergesetzes lud das Klimabündnis Brandenburg am 18. November 2025 zu einem Dialogabend ins Haus der Natur in Potsdam ein. Es wurde deutlich, wie groß die Erwartungen und die Chancen sind, mit diesem Gesetz den dringend benötigten Kurswechsel im Umgang mit der knappen Ressource Wasser einzuleiten.

 

In Brandenburg ist die zunehmende Knappheit von Wasser für manche Ortansässige bereits sichtbar an sinkenden Wasserpegeln. Die Wasserbilanz Brandenburgs und der Einfluss auf das Grundwasser und die Landwirtschaft waren Thema im Impulsvortrag von Prof. Dr. Gunnar Lischeid (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung und Mitglied im Wissenschaftlichen Klimabeirat Brandenburg). Er machte deutlich, dass die Klimakrise bereits den Landschaftswasserhaushalt beeinflusst und sich die Situation in Zukunft weiter verschärfen wird.

 

Frank Schröder (Wasser- und Bodenverband Prignitz) führte uns danach in die Grundlagen des Umwelt- und Wasserrechts ein. Er ging nicht nur auf die rechtlichen Rahmenbedingungen auf Bundesebene durch Wasserrahmenrichtliche und Wasserhaushaltsgesetz ein, sondern auch auf mögliche Hebel im und für das Brandenburgische Wassergesetz.

 

Anschließend konnten die Teilnehmenden im Format World Café an mehreren Thementischen zu konkreten Aspekten des Landeswassermanagements diskutieren.

© Sarah Diering
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Gemeinsam stärken: Wasserrückhalt und ökologischer Zustand der Fließgewässer

 

Am Thementisch mit Fokus auf die Stärkung des Landschaftswasserhaushalts stellte Thomas Arnold vom Wasser- und Bodenverband Stöbber-Erpe die derzeit bestehenden Möglichkeiten der Gewässerunterhaltung dar. Der Verband setzt den Fokus, wo es möglich ist, beim Wasserrückhalt auf wartungsarme und somit kostengünstige Anlagen wie Sohlschwellen, um den Wasserhaushalt zu stabilisieren. Außerdem wurde deutlich, dass auch der Biber mit seinen Aktivitäten in Bereichen, in denen keine Konflikte mit Infrastruktureinrichtungen oder Siedlungen bestehen, ein wichtiger Verbündeter ist, um Wasserrückhalt zu betreiben.

© Sarah Diering
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Wassernutzungsentgelte verursachergerecht gestalten

 

Joyce-Ann Syhre diskutierte mit den Teilnehmenden darüber, wie eine verursachergerechte Gestaltung des Wassernutzungsentgeltes aussehen kann. Kontrovers diskutiert wurde die Einführung eines Entgeltes für die Befüllung von Tagebaurestseen. In NRW soll RWE zahlen. Einigkeit gab es darüber, dass die Tagebauunternehmen an den Folgekosten für den Wasserhaushalt in der Lausitz beteiligt werden sollen. Das Wassernutzungsentgelt könnte eine Stellschraube dafür sein. Außerdem wurde diskutiert, wie eine gerechte Anhebung der Entgelte für die Landwirtschaft aussehen kann. Hier gab es vor allem den Wunsch zu differenzieren, um Betriebe, die wassersparend handeln, nicht zusätzlich zu belasten. Klarheit gab es bei der Frage, dass Preise grundsätzlich steigen müssen, um Anreize für wassersparende Bewässerung, den Anbau von anderen Kulturen oder etwa der perspektivischen Nutzung von gereinigtem Abwasser zu setzen. Bei der zweckgebundenen Verwertung des Entgeltes wurde angemerkt, dass dieses künftig auch für die Unterhaltung und Pflege von Gewässern 2. Ordnung eingesetzt werden könnte, um den hohen Investitionsbedarf für Maßnahmen zum Halten von Wasser in der Landschaft zu decken.

 

Grundsätzlich wurden sich die Teilnehmenden einig, dass es mehr wirtschaftliche Anreize und Gerechtigkeit bei den Entgelten braucht.

© Sarah Diering
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Wasserwiederverwendung in der Landwirtschaft: Potenziale und Hürden

 

Am dritten Thementisch stellten Dr. Shahrooz Mohajeri und Daniel Kaufman den Bereich "Wasserwiederverwendung in der Landwirtschaft" des Projekts "Flexitility" von inter3 vor.

Sie erforschen darin die Möglichkeit der Beregnung von landwirtschaftlichen Flächen mit gereinigtem Abwasser. In der Diskussion mit den Teilnehmenden verdeutlichten sie, dass die Schadstoffgrenzen bis auf eine Ausnahme nicht erreicht werden. Außerdem Thema waren auch die verschiedenen Hürden, die genommen werden müssen, um die Wasserwiederverwendung in der Landwirtschaft in der breiten Praxis umsetzen zu können.

aufzeichnung