Wärmewende und Bauen

Unsere Position

Die Wärmewende ist ein zentraler Hebel für den Klimaschutz im Land. Dazu müssen wir unsere fossilen Heizsysteme auf erneuerbare Wärmequellen wie Geothermie, Solarthermie und Abwärme umstellen und kommunale Akteur:innen bei der Umsetzung von Wärmelösungen unterstützen. Auch die Unternehmen müssen als Akteure der Wärmewende eingebunden werden.

 

Um die Emissionen im Bausektor und beim Wohnen zu senken, fordern wir eine Abkehr vom Neubau. Stattdessen sollte die Sanierungsrate erhöht und das Bauen im Bestand gefördert werden. Das spart nicht nur Emissionen, sondern auch Ressourcen. Außerdem sollte auf nachhaltige Baustoffe – wie Holz, Stroh oder Lehm – gesetzt sowie Kreislaufwirtschaft im Bausektor gefördert werden.

Gutachten zur Notwendigkeit und zu den Herausforderungen der Wärmewende im Land Brandenburg

Die Wärmewende ist kein willkürlicher Zwang, sondern ein Generationenauftrag: Wir sind völkerrechtlich, europäisch und national verpflichtet, aus den fossilen Energien auszusteigen, damit kommende Generationen ebenso frei leben können. 

Sie ist auch kein rein technisches Projekt, sondern umfasst ökologische, soziale und ökonomische Dimensionen.

 

Im vom Klimabündnis Brandenburg in Auftrag gegebenen "Gutachten zur Notwendigkeit und zu den Herausforderungen der Wärmewende im Land Brandenburg" wir der Handlungsbedarf, die Auswirkungen, technische Optionen und soziale Herausforderungen beleuchtet und anhand dieser Empfehlungen für Politik und Verwaltung gegeben.

 

Zentrale Aussagen aus dem Gutachten:

  • Gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Die Wärmewende ist entscheidend für die Klimaziele und bedeutet auch technologische, soziale und wirtschaftliche Weiterentwicklung.
  • Die Wärmewende ist ein rechtlicher Auftrag aus Völkerrecht, EU-Recht, Bundes- und Landesrecht. Sie folgt zwingend aus internationalen Klimazielen, nationalen Klimaschutzgesetzen und der Verpflichtung zum Ausstieg aus fossilen Energieträgern um künftigen Generationen keine unzumutbaren Lasten zu hinterlassen. Kommunen und Länder müssen handeln, weil Klimaneutralität bis 2045 nicht anders erreichbar ist.
  • Der rechtliche Rahmen ist sehr komplex und im Wandel: Bundes- und Landesrecht (GEG, Klimaplan, Energiestrategie 2040) bilden die Basis. Die hohe Regelungsdichte erschwert Planungssicherheit.
  • Kommunale Schlüsselrolle: Wärme ist ein lokales Produkt – daher sind Städte und Gemeinden zentrale Akteure. Wärmepläne sind bis 2026/2028 verpflichtend.
  • Technische Voraussetzungen: Der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung und Netze ist nötig, da Wärmepumpen und E-Mobilität den Strombedarf steigern.
  • Individuelle Lösungen: Lokale Gegebenheiten (Gebäudestrukturen, Eigentum, Infrastrukturen) erfordern maßgeschneiderte Wärmekonzepte, oft auf Quartiersebene.
  • Soziale Dimension: Wärmewende darf nicht zu steigenden Wohn- und Heizkosten führen; soziale Abfederung (Wohngeld, Reform der Umlagen) ist zentral.
  • Akzeptanz & Partizipation: Populistische Debatten und Desinformation schwächen Vertrauen. Transparente Kommunikation, Beteiligung (z. B. Genossenschaften) und faire Kostenverteilung steigern Akzeptanz.
  • Chancen: Regionale Wertschöpfung (Handwerk, Planung, lokale Energiewirtschaft), niedrigere Energiekosten, Arbeitsplatzschaffung.
  • Best Practices in Brandenburg: Neuruppin, Prenzlau, Potsdam u. a. zeigen erfolgreiche Modelle mit Geothermie, Solarthermie, Abwärme, Quartierslösungen.
  • Herausforderungen: Finanzierung, soziale Verträglichkeit, Preisaufsicht bei Fernwärme, Rückbau der Gasnetze, Engpässe bei Fachkräften 

Vergangene Veranstaltungen

06.07.2026 - Bauturbo und Bauordnungsnovelle in Brandenburg (Online)

 Was bedeutet die aktuelle Baupolitik für Klima- und Naturschutz?

Mit dem "Bauturbo" der Bundesregierung und der kürzlich verabschiedeten Novelle der Bauordnung hat sich einiges im Bausektor geändert. Offizielles Ziel beider Gesetzesänderungen ist in erster Linie die Förderung des Wohnungsbaus. Wir haben uns gefragt, welche Folgen die Änderungen für den Natur- und Artenschutz haben können. Und wird dadurch auch Klimaschutz beschleunigt, oder doch behindert?

 

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18.09.2025 - Zukunft der Kommunalen Wärmewende

Zusammen mit Klima und Alltag Neuruppin e.V., der Fontanestadt Neuruppin und dem Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU)